Über den Culturkreis Maishofen

Entstehung – Ziele – Organisation

Bürgermeister Hans Brunner trat im Jahre 1976 an den Kulturreferenten Josef Lenz mit der Bitte heran, für unsere Gemeinde einen kulturellen Anreiz zu geben. Ein Kulturkreis wurde gegründet, deren Mitglieder ehrenamtlich arbeiten.
Der Maishofner Kulturkreis ist ein eingetragener Verein mit Statuten, der stark vom Teamgeist getragen wird. Dem Gründungsobmann Josef Lenz gelang es mit seinen MitarbeiternInnen, Jahr für Jahr ein anspruchsvolles Programm zu erstellen. Sein Nachfolger Dr.Bernhard Fürthauer, erarbeitete über viele Jahre ausgezeichnete Kontakte zu Kulturschaffenden. Seit Herbst 2006 leitet Frau Ulrike Baldauf die Geschicke des Culturkreises.

Inhaltliche Schwerpunkte des Programms

Der Kulturkreis lehnte sich in den ersten Jahren stark an das Programmangebot der Szene der Jugend Salzburg unter der Leitung von Alfred Winter. Doch bald wurden wir eigenständig und erweiterten die Programmpalette. Wir konnten zahlreiche sehr interessante Kulturkontakte knüpfen z.B. mit dem ORF, dem Salzburger Straßentheater, den Salzburger Festspielen, etc. Unsere Initiative wurde bald zu einem fixen Bestandteil des Pinzgauer Kulturangebotes. In den ersten Jahren wagten wir uns an drei bis vier Veranstaltungen, die in der vorletzten Juliwoche angeboten wurden. Ab dem Jahre 1978 erhöhte sich die Zahl der Veranstaltungen auf zirka acht, und die Zeitspanne erweiterte sich von Ende Mai bis Mitte August und manchmal auch 1-2 Veranstaltungen im „Maishofner Herbst“.
Die zwei inhaltlichen Schwerpunkte des Maishofner Sommers sind einerseits das Schauspiel, andererseits die Musik in vielfältiger Form.

In Maishofen gastierten bisher:

Professionelle Schauspieler und Schauspielgruppen:
Josef Hader, Fritz Egger, Karl Merkatz, Gottfried Breitfuß (gebürtiger Maishofner), Brigitte Quadlbauer, Katharina Stemberger, Georg Schuchter, Mercedes Echerer, Martin Müller-Reisinger, Leo Braune, Herbert Lederer, Herwig Seeböck und Erika Mottl, Frank Gary und Peter v. Sabranski, Günther Schatzdorfer, die Schauspielgruppen „theaterachse“, Pupi e Fresedde mit einer italienischen Comedia dell’Arte, Il Teatro dell’Archivolto, Lyserg Theater Salzburg, Kleine Theater Salzburg, Aktionstheater Dornbirn (Lysistrata), Pupo Drom (das jetzt weltberühmte Serapionstheater), Salzburger Zimmertheater, Thespis Theater Stecknadel, Salzburger Spielgruppe »Apple Stars« und „Lanoux“, das Tanztheater von Editta Braun und Bela Percht..

Das Salzburger Straßentheater ist seit 1978 ein fixer Bestandteil unseres Programmes geworden und hat uns Werke der berühmten Schriftsteller G.B.Shaw, William Shakespeare, Carlo Goldoni, Johann Nestroy, Moliere, Eugen Scribe, Beaumarchais.

Engagierte Laienbühnen:
Theatergruppe Cinetheatro Neukirchen (mit dem Salzburger Landeskulturpreis ausgezeichnet) - ein lieb gewordener Gast in Maishofen; die Freilichtspiele Thalgau, Theatergruppe St.Veit, Theaterwerkstatt Großgmain, das Kleine Theater Langenzersdorf, die Antheringer Laienbühne, das Theatro 3, eine Spielgruppe der Hauptschule Maishofen.

Die Pantomime und das Kabarett wurde uns ein besonderes Anliegen, und wir konnten bereits ausgezeichnete Künstler in Maishofen begrüßen:
Josef Hader, Günther Paal, Martin Puntigam, Rosa Valis, Ingo Vogl, Andrea Händler, Annie Stainer aus Schottland, Franz Josef Bogner, Goetz Kaufmann, Walter Bartousek, Giftzwerge, Rudi Klaffenböck, Gerhard Sexl, Otto Grünmandl, Affront-Theater, verschiedene Preisträger des »Salzburger Stier«.

Sehr erfolgreiche Großveranstaltungen fanden in der dafür bestens geeigneten Arena der Versteigerungshalle, unserem „AmViehTheater“, statt:
Josef Hader mit seinem Programm „Hader muss weg“,
eine Vorführung des Tanz- und Bewegungstheaters mit »Blausee« und
die ausverkaufte Aufführung der Comedia dell’Arte mit »Plauto in Farsa«,
Konzerte u.a. des Mozarteum Orchesters, des »Junior Philharmonic Orchestra of Tokyo«, des Ochanomizu Orchestra Tokyo, der »Original Tiroler Kaiserjäger« und des New English Orchestra und Dunamic Music England.

Einer der Höhepunkte in unserer Chronik war das Gastspiel der Salzburger Festspiele mit der Festspielproduktion „L’Histoire du Soldat“ von Igor Strawinsky.

Berühmte AutorenInnen lasen aus ihren Werken:
H. C. Artmann, Milo Dor, Felix Mitterer, Wolfgang Bauer, Hans Weigel, Barbara Frischmuth, Daniel Kehlmann, Manfred Koch, Eberhard Haidegger, u.a.

Musikalische Gustostückerln waren u.a.:
Wiener Tschuschenkapelle, Benjamin Schmid, Dobrek Bistro, Tango al Sur, Querschläger, Gojim, Nonato Luis, Broadlahn, Dunnamans Vröudenton, Penta Brass, Sommerakademie Mozarteum, Gruppe 4 Xang , Landstreich.

Ab dem Jahre 1979 wurden die Kulturtage mit einer Ausstellung eröffnet: Neben international anerkannten Künstlern wie Paul Flora, Drago Prelog, Johann Jascha und Johann Weyringer stellten bei uns auch bekannte Pinzgauer Künstler wie Fritz Eigner Volker Lauth, Richard Hirschbäck, Hugo Wulz, Michael Seywald und Gerlinde Hochmair aus.

Die meisten Veranstaltungen finden in der Aula der Hauptschule statt. Für die kammermusikalischen Abende stehen uns zwei besonders geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung: Schloss Kammer (ideal auch für Lesungen), die Pfarrkirche, die Prielaukirche und für Großveranstaltungen die Versteigerungshalle. Auch Schloss Prielau und die Halle von Pappas Mercedes waren bisher sehr geeignete Kulturräume.

Finanzierung

Kultur ist auch auf dem Lande nicht billig. Nur 20 Prozent der Kosten können durch Eintritte gedeckt werden. Dank der Förderungen durch die Gemeinde Maishofen, das Land Salzburg, den Fremdenverkehrsverband Maishofen, die Sponsoren und die Mitglieder des Culturkreises, konnten wir unseren Verpflichtungen immer nachkommen.

Interesse der Bevölkerung

Obwohl wir eine kleine Gemeinde sind, können wir mit dem Interesse sehr zufrieden sein. Bei Theaterveranstaltungen haben wir Besucherzahlen zwischen 70 und 200, bei Kammerkonzerten zwischen 100 und 150, bei Großveranstaltungen zwischen 300 und 800.

Das Engagement für Kultur in einem Dorf ist deshalb so lohnend, weil Kultur ein wichtiger Beitrag für die Dorferneuerung ist und den Organisatoren neben der Mühe auch viel Freude bringt.